Getestet! Kleine Helferchen im Einsatz: der beta,pen

Kreidekollege
beta.pen im Einsatz

Der beta.pen im Einsatz

Hallo Kreidefreunde!

Vor einigen Wochen hatte ich ja bereits den beta.pen kurz erwähnt. Eher zufällig hatte ich den damals in einer Manufaktum-Filiale entdeckt. Neben tollen Wohnideen findet man dort eine sehr fein sortierte Schreibwarenabteilung. Heute will ich meine Erfahrungen mit diesem Tool mal zusammenfassen.

Vermutlich angelockt von der auffällig designten Umverpackung, hatte ich bereits in der Filiale ein wenig mit dem dort ausliegendem Exemplar herumexperimentiert. Das Besondere an dem beta,pen, er schreibt wie ein Bleistift, nutzt sich aber nicht ab. Kein anspitzen, weil, kein Abrieb! Das wird möglich da der beta,pen keine Graphitmine besitzt, sondern einen Kern aus Aluminium. Und streicht man den über Papier schreibt er ähnlich wie ein Bleistift. So hatte ich schon vor Ort bereits diverse Untergründe und verschiedene Papiertypen getestet. Auf den ersten Blick eine grandiose Erfindung. Besonders positiv fiel mir auf das der beta,pen auch auf einer Schiefertafel funktionierte, die dort ebenfalls auslag. Vielleicht ein perfektes Tool für Skizzen und um meine Motive auf Kreidetafeln anzuzeichnen. Ich schaute auf den Preis und musste kurz schlucken. 17,00€ würde ich für einen Bleistift nicht ausgeben, soviel ist mal klar. Aber die Neugierde und die Hoffnung mir das beinahe minütliche Anspitzen beim Anzeichen künftig ersparen zu können haben mich Schritt für Schritt Richtung Kasse geschubst. Aber mal im Ernst, das war absolut kein Spontankauf, ich hab wirklich lange mit mir gerungen.

Bild: http://axelweinbrecht-shop.de/de/betapen

Was nach dem Auspacken sofort auffällt ist das Design und die wertige Verarbeitung. Dafür hat der beta,pen auch den GOOD DESIGN AWARD 2008 eingeheimst. Und ohne die Kontrahenten  bei diesem Wettbewerb zu kennen, zu Recht, wie ich finde. Edles Kirschbaumholz gepaart mit Aluminium harmoniert sehr schön miteinander.  Auch angenehm finde ich wie er in der Hand liegt, denn durch die Aluminiumspitze ist er, ich nenne es mal so, kopflastig, d.h. die Spitze will aufs Papier. Aber jetzt mal gucken was er kann! Ein paar hastige Striche und mir fällt auf: Das weichere Papier meines Skizzenbuches hakt mal mehr, mal weniger an der Aluminiumspitze. Vermutlich weil die Fasern nicht ganz so platt sind wie bei einfachem Kopierpapier. Dort funktioniert der Stift nämlich wunderbar. Je nachdem wie ich den Stift halte, hakt es auch mal nicht. Ich entschließe mich erstmal auf dem Kopierpapier weiterzuüben und bin nach einer Weile schwer beeindruckt. Nach vier Seiten Kritzelei nicht einmal zum Anspitzer gegriffen. Manche denken jetzt vielleicht, was ist schon dabei seinen Bleistift anzuspitzen. Ich kann es euch sagen. Kreidetafel und auch Schiefer haben eine im Vergleich zu Papier sehr rauhe und poröse Oberfläche. Das ist wunderbar für effektvolles Kreidemalen, aber ein Killer für jeden Stift. Pro Bild verbrauche ich, je nach Größe, einen halben bis ganzen Blei- oder Kreidestift.  Was daran so schlimm ist? Ganz einfach, die Zeit. Ich verbringe ewig viel Zeit damit Stifte anzuspitzen, Zeit die ich viel lieber zum zeichnen hätte. Und da maschinelle Anspitzer nicht viel taugen und ich stattdessen einen Anspitzer mit Präzisionsklingen nutze, (Anmerkung an mich: Vielleicht ein Thema für den nächsten Test!) ist das für mich schon ein Thema.

Aber zurück zum beta,pen. Und so versuche ich meine ersten Striche auf einer Kreidetafel um dann begeistert festzustellen: Ja, es funktioniert! Also zeichne ich kräftig drauf los. Nach einer Weile eine kurze Kontrolle: Abrieb gar nicht, bis minimal. Kann also weitergehen, doch dann… vermalt. Ich greife zum Radiergummi und meine Begeisterung schwindet. Gegenkontrolle. Auf dem glatten Kopierpapier lässt er sich beinahe rückstandsfrei wegradieren. Auf Tafellack nicht. Sehr schade. Das heisst dann also doch weiterhin anspitzen.

Seitdem nutze ich den beta.pen dennoch gerne und häufig, sei es für Skizzen und Notizen auf Papier oder ganz „oldschool“ zum zeichnen auf einer glatten Schulschiefertafel. Dort lässt er sich nämlich auch wunderbar wieder entfernen. Die beiden gehören seitdem auch zusammen. Apropos… Zusammengefasst klingt das alles also ungefähr so:

PRO:

Minimaler bis gar kein Abrieb auf Papierflächen, zeitlich vermutlich unbegrenzt verwendbar

Schönes Design, hochwertige Materialien, gute Verarbeitung und er liegt gut in der Hand.

Funktioniert auch auf anderen Materialen, wie Holz, Metall, Kunststoff und … Schiefer!

CONTRA:

Lässt sich auf groben Flächen (Kreidetafeln) nicht radieren.

Hakt zeitweilig bei sehr feinem Papier.

Die Spitzte ist zwar fein, aber für sehr detaillierte, feine Striche eher ungeeignet

Mein Fazit: Ein tolles Liebhaberstück für Schreibenthusiasten!


Links:
http://www.manufactum.de/metallminenstift-kirschholzschaft-p1440611/?c=172213
http://axelweinbrecht-shop.de/de/betapen