Tutorial: Mittels Rastertechnik eine Bildvorlage auf deine Kreidetafel übertragen

Kreidekollege

Ein Tutorial mit Tipps zur Gestaltung von Kreidetafeln

Um eine Motiv vom Papier auf die große Kreidetafel zu übertragen benutze ich die Rastertechnik. Ein Trick, der bereits seit Jahrhunderten in vielen Formen der Malerei angewendet wird. Maßstabsgerecht entsteht damit aus der Vorlage ein vergrößertes (hochskaliertes) Abbild der Originalzeichnung. Eine uralte und erhaltenswerte Handwerkstradition, die heute im digitalen Zeitalter von Scannern und Kopierern leider immer mehr in Vergessenheit gerät.


Hilfsmittel:

  • Deine Motivvorlage (z.B. DinA4)
  • Ein kurzes und ein langes Lineal (je nach Tafelgröße)
  • Bleistift
  • Radiergummi
  • Schreibkreide
  • Kreidetafel
  • Schwamm
  • Lust, Zeit und Ausdauer

Sobald alle Hilfsmittel beisammen sind, gilt folgende Regel:

Loslegen, bevor es dunkel wird!

Es wartet schließlich eine Menge Arbeit auf uns. Doch vertrau mir: es lohnt sich!

1. Originalmotiv aufrastern

Zuallererst widmen wir uns der Motivvorlage. Auf die Skizze zeichnen wir ein Raster aus gleich großen Quadraten und teilen die Fläche wie beim Schiffeversenken auf. Die Beschriftung und Nummerierung mit Planquadraten wie A1, A2 oder B9 erleichtert uns später die Orientierung beim Malen.

2. Kreidetafel aufrastern

Dann übertragen wir das Raster maßstabsgetreu auf unsere Kreidetafel. Achte hierbei auf die Anzahl und Abstände der Rasterlinien, ein wenig Präzision ist an dieser Stelle durchaus gerechtfertigt und auch der Dreisatz kann hier wahre Wunder bewirken. Doch letztendlich ist es dir überlassen, wie originalgetreu du arbeiten möchtest. Nur durch Ausprobieren entdeckt man die Vor- und Nachteile künstlerischer Freiheit.

3. Outlines anzeichnen

Ich beginne mit dem Anzeichnen meist oben links, das hat den Vorteil, dass ich den Handballen nicht auf die frischgemalten Kreidestriche auflegen muss und so Gefahr laufe alles zu verschmieren. Wenn Feld A1 also oben links platziert wurde arbeite ich mich je nach Motiv entweder von A1 Richtung A2, A3 und so weiter oder wie bei diesem Motiv nach unten (A1, B1, etc.). An dieser Stelle geht es erst mal darum die Schriftlinien (ein Thema aus meinem letzen Blogbeitrag) und die Abstände des Motivs aufzuteilen. Später folgen dann noch die Schriftlinien. Hier definieren wir die Ober-, Mittel-, und Unterkanten unserer Schriftbuchstaben und zeichnen die Umrisse (Oulines) grob an.

4. Raster entfernen

Nun folgt der frustrierendste Teil unserer Arbeit. Nachdem das Motiv fertig angezeichnet ist entfernen wir mit einem Schwamm das Raster, welches wir uns zuvor mühselig und mit einigem Zeitaufwand erstellt haben. Es diente lediglich zur Orientierung. Auf eurer Tafel sollte nun das vergrößerte Abbild eurer Originalvorlage zu sehen sein.

Herzlichen Glückwunsch! Und falls es bei ersten Mal noch nicht perfekt ist: Macht nix, mit Kreide lässt sich wunderbar experimentieren. Einfach wegwischen und ausbessern. Und zwar so oft, bis ihr mit dem Ergebnis zufrieden seid. Achtung Floskelalarm: Nur Übung macht den Meister!

Beim nächsten mal geht es dann in einem neuen Tutorial um den kreativen Teil dieser Arbeit: Finishing und Verzierung. Wie man mit dem Spiel von Licht und Schatten Tiefe erzeugt und durch den Einsatz von Zierelementen optische Effekte erzielt.

Glück auf und bis bald
euer Kreidekollege