Techniken

Technik

Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt. Und vor ein Kreidebild die Idee für das Motiv. Ohne zündende Idee brauche ich über Zeichentechnik und Stil gar nicht weiter nachzudenken. Ideen für meine Bildmotive entstehen fast immer im Alltag, durch das aufmerksame Wahrnehmen meiner Umgebung. Eine Form kleiner Millieustudien. Durch Gespräche, stillem Zuhören und aktivem Nachfragen, versuchen ich dem Kern des Motivs auf die Spur zu kommen. Dazu bieten sich eine Reihe von Kreativitätstechniken an. Ich haben zahlreiche ausprobiert und bin zu dem Entschluss gekommen: Alles Bullshit. Wenn ich versuche mir neue Motive aus den Fingern zu saugen und Kreativität zu erzwingen, leidet der "Flow". Die Motive finden mich, sie drängen sich mir beinahe tagtäglich auf. Oft verstecken sie sich im Kleinen, in Details oder in beiläufigen Bemerkungen, darin wie wir Menschen und Orte wahrnehmen. Was wir sehen und hören, wenn wir die Augen aufmachen und die Ohren spitzen. Unsere Kreidemotive basieren fast immer auf leisen Sehnsüchten oder sind häufig die einfache Antwort auf die Frage "Was fehlt?". 

Ist die Idee erst geboren, sind die folgenden Wege schnell beschritten. Zunächst muss ein grober Entwurf her. Dabei assistieren Papier und Bleistift. Für feinere Layouts geht es an den Computer. Stimmen Textaussage und Bildmotiv endlich überein kommen die Feinheiten. Die Suche und Auswahl der richtigen Schrifttype. Schattierungen und Akzentuierung sind weitere zeitintensive aber lohnenswerte Zwischenschritte. Steht die Bildkomposition fest, folgt die Herausforderung, diese Papiervorlage auf die Kreidetafel zu übertragen. Zahlreiche Experimente und nächtelanges Herumprobieren haben gezeigt, die besten Resultate erzielt man damit, die Entwurfsvorlage in Quadrate zu unterteilen (Rastertechnik) und diese dann Stück für Stück auf die große Zeichenfläche zu übertragen. Sämtliche Versuche abzupausen, Schablonen anzufertigen und freihand zu zeichnen, sind letzten Endes wesentlich zeitintensiver und nervenaufreibender. Vermutlich ist dies auch der Grund, warum diese Technik bereits seit Jahrhunderten in allen Formen der Malerei dauerhaft Anwendung findet.